Dominik Stauch (*1962 London, lebt in Thun)

Dominik Stauch (www.stau.ch) ist einer der Pioniere interaktiver, webbasierter Kunstprojekte und arbeitete in den letzten Jahren an einer konsequenten «Erweiterung» seiner Malerei, indem er unterschiedlichste Medien (Ölmalerei, digitale Prints, Computeranimationen, Installationen oder Skulpturen) kombinierte; dabei aber den Farb- und Formtheorien stets treu blieb. Kunstgeschichte, Literatur und Musiktheorie des 20. Jahrhunderts bilden das nötige Fundament, um seinen Arbeiten die vielschichtige Tiefe zu geben.
Seine Videos bestechen einerseits durch klar durchdachte Geometrien und eine «genial-einfache» Formensprache, andererseits durch zitierende, oft ironische Sequenzen, in denen er selber als Hauptperson agiert. Oft unterstützt er die Arbeiten mit Sound, etwa durch selbst komponierte und gespielte Musiksequenzen. Die Arbeiten werden so zu optisch-akustischen, rhythmischen Umsetzungen von geometrischen oder inhaltlichen Konzepten.

Bernhard Bischoff

Stauchs bewegliche Malerei lässt Räume entstehen und vergehen; die Überlagerungen und Bewegungen lassen den Betrachter eintauchen in ein Meer der Möglichkeiten und divergierender Erfahrungen. So bauen sich perspektivische Raumansichten auf, die im nächsten Moment wieder zur Zweidimensionalität zurückkehren, die im Moment des Erfahrens bereits wieder Vergangenheit sind. Auf diese Art und Weise verhält sich Stauchs Arbeit ähnlich wie unsere tagtägliche Erfahrung, in der die Zeit, anders als in der Malerei, nicht stehen bleibt. Seine Verlebendigung klassischer konkreter Malerei lässt ein ungeheures Potential neuer Erfahrungen in greifbare Nähe rücken – der Betrachter muss nur mit den Augen zugreifen.

Dr. Martin Stather